Ratgeber

Ratgeber · Anleitung

Mitglieder-Mailing mit eigener Domain. Ohne BCC-Panne und Spamordner.

Das Rundschreiben an alle Mitglieder ist schnell geschrieben. Schwierig wird der Versand: Ein offener Verteiler ist eine Datenpanne, und hundert Nachrichten auf einmal aus einem normalen Postfach landen gern im Spam. Dieser Ratgeber zeigt, wie es sauber geht.

Von Paul Czichos, Beratung und Projektbetreuung bei der czichos.net GmbH · Aktualisiert am

Warum nicht einfach BCC?

Rundschreiben per BCC. Der Klassiker geht oft schief.

Ein Rundschreiben mit allen Adressen im Feld BCC funktioniert, bis jemand die Adressen einmal ins Feld An oder CC setzt. Dann sieht jede Empfängerin alle anderen Adressen. Das ist eine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten, die unter Umständen binnen 72 Stunden der Aufsichtsbehörde zu melden ist (Art. 33 DSGVO).

Auch ohne Panne hat der Weg Grenzen. Postfachanbieter begrenzen die Empfänger je Nachricht und Tag. Große Mailanbieter werten viele gleiche Nachrichten aus einem gewöhnlichen Postfach als verdächtig. Eine Abmeldung gibt es nicht, ebenso wenig eine Übersicht, welche Adressen nicht mehr stimmen.

Schritt für Schritt

Mitglieder-Mailing einrichten. So kommt das Rundschreiben an.

Die Reihenfolge gilt mit Dienst wie ohne. Die ersten beiden Schritte erledigen Sie einmal, die übrigen bei jeder Aussendung.

  1. Schritt 1: Eine Absenderadresse Ihrer Domain wählen

    Verschicken Sie unter Ihrer eigenen Domain, etwa info@ihr-verein.de, statt über eine Freemail-Adresse. Wer viel verschickt, nimmt eine Subdomain wie news.ihr-verein.de. So leidet der Ruf der Hauptdomain nicht, falls beim Versand etwas schiefgeht.

  2. Schritt 2: Die Domain beglaubigen: SPF, DKIM, DMARC

    Drei DNS-Einträge zeigen den Empfängern, dass die Nachricht wirklich von Ihnen kommt. Die Anleitung steht im Ratgeber zu SPF, DKIM und DMARC. Ohne diese Einträge landen Massenaussendungen bei Gmail, Yahoo und Outlook im Spam oder werden abgewiesen.

  3. Schritt 3: Die Empfängerliste klären

    Für Mitteilungen, die mit der Mitgliedschaft zu tun haben, ist die Mitgliedschaft in der Regel die Rechtsgrundlage. Für Werbung oder einen Newsletter an Nichtmitglieder brauchen Sie eine Einwilligung. Üblich ist der Nachweis per Double-Opt-in. Mehr zu Rechtsgrundlagen im Ratgeber DSGVO im Verein.

  4. Schritt 4: Eine Abmeldung mit einem Klick anbieten

    Neben dem sichtbaren Abmeldelink gehört ein List-Unsubscribe-Kopf in die Nachricht. Damit bieten Mailprogramme eine Abmeldung per Knopf an. Seit 2024 verlangen Google und Yahoo von Massenversendern die Ein-Klick-Variante nach RFC 8058 und die Umsetzung binnen zwei Tagen.

    List-Unsubscribe: <https://news.ihr-verein.de/abmelden?id=…> List-Unsubscribe-Post: List-Unsubscribe=One-Click
  5. Schritt 5: Vorher testen

    Schicken Sie die fertige Nachricht an Testpostfächer bei verschiedenen Anbietern, etwa Gmail, Outlook und GMX. Prüfen Sie Darstellung, Links und ob sie im Posteingang landet.

  6. Schritt 6: Rückläufer auswerten

    Dauerhaft unzustellbare Adressen gehören aus der Liste oder in der Mitgliederverwaltung geklärt. Wer immer wieder an tote Adressen schreibt, verliert bei den großen Anbietern an Ruf. Wie Sie Zustellrate und Bounces auswerten, steht in einem eigenen Ratgeber.

Selbst machen oder machen lassen

Newsletter-Software für Vereine. Für kleine Listen gibt es gute kostenlose Wege.

Ein Verein mit ein paar Dutzend Mitgliedern braucht keinen Versanddienstleister. Mit der Zahl der Empfänger und der Größe der Struktur wächst der Aufwand aber schnell.

Selbst einrichten

Wenn Ihre Liste überschaubar ist

  • Eine Verteilerliste beim PostfachanbieterViele Anbieter haben Verteiler, bei denen die Empfänger einander nicht sehen. Für ein paar Dutzend Adressen reicht das.
  • Listmonk oder MailmanQuelloffene Newsletter- und Listenprogramme mit Abmeldung und Rückläufern. Ohne Lizenzkosten, aber mit eigenem Server und sauber eingerichtetem Versand.
  • Ein Newsletterdienst mit Sitz in der EUMehrere Anbieter haben kostenlose Stufen für kleine Listen. Achten Sie auf den Vertrag zur Auftragsverarbeitung und darauf, ob Öffnungen verfolgt werden.

Machen lassen

Wenn Rundschreiben zum Tagesgeschäft gehören

  • Tausende Empfänger, mehrere EbenenJede Ebene will eigene Aussendungen, Listen und Absender. Das von Hand zu organisieren kostet viel Zeit.
  • Niemand kennt sich mit DNS ausSPF, DKIM, DMARC und Abmeldeköpfe müssen erst einmal richtig eingerichtet sein.
  • Freigabe vor dem VersandBereitet eine Geschäftsstelle vor und eine andere Stelle gibt frei, braucht es einen nachvollziehbaren Ablauf.
  • Rückläufer, die niemand liestDie Fehlermeldungen landen in einem Postfach und bleiben dort liegen.

In eigener Sache: Wir verdienen an der zweiten Spalte. Schreibt Ihr Verein ein paar Dutzend Mitglieder an, reicht ein ordentlich eingerichteter Verteiler oder ein kostenloser Dienst.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Mitglieder-Mailing. Was Vereine dazu fragen.

Darf ich Mitgliedern ohne Einwilligung E-Mails schicken?

Für Mitteilungen, die zur Mitgliedschaft gehören, etwa Einladungen zur Mitgliederversammlung, ist die Mitgliedschaft in der Regel die Rechtsgrundlage. Für Werbung, Spendenaufrufe an Dritte oder einen Newsletter an Nichtmitglieder brauchen Sie eine Einwilligung. Im Zweifel fragen Sie Ihre Datenschutzberatung.

Ist ein offener Verteiler eine Datenpanne?

Ja, wenn alle Empfänger die Adressen der anderen sehen. Ob Sie die Panne der Aufsichtsbehörde melden müssen, hängt vom Risiko für die Betroffenen ab. Die Frist beträgt 72 Stunden.

Was ist One-Click-Unsubscribe nach RFC 8058?

Ein Standard, mit dem Mailprogramme eine Abmeldung per Knopfdruck auslösen, ohne dass die Empfängerin eine Webseite öffnet. Google und Yahoo verlangen ihn seit 2024 von Absendern, die mehr als 5.000 Nachrichten am Tag an ihre Nutzer schicken.

Warum landet unser Rundschreiben im Spam?

Meist fehlen SPF-, DKIM- oder DMARC-Einträge, der Versand läuft über ein normales Postfach, oder die Liste enthält viele tote Adressen. Mehr dazu im Ratgeber zur Zustellbarkeit.

Brauchen wir Öffnungs- und Klickstatistiken?

Nicht unbedingt. Öffnungsraten sind seit dem Datenschutz in Apple Mail kaum noch aussagekräftig, und Zählpixel sind datenschutzrechtlich umstritten. Zustellung und Rückläufer sagen mehr darüber, ob Ihr Rundschreiben ankommt.

Rundschreiben mit secMailing

Wir bauen und verschicken Ihre Mailings unter Ihrer eigenen Domain, mit SPF, DKIM und DMARC. Sie geben jede Aussendung vorher per Link frei, ohne eigenes Konto. Die Abmeldung funktioniert mit einem Klick nach RFC 8058, und Rückläufer landen auf einer Sperrliste. Öffnungen und Klicks verfolgen wir nicht.

secMailing ansehen

Rundschreiben an viele Mitglieder? Wir helfen beim Versand.

Schreiben Sie uns, wie viele Empfänger Sie ungefähr haben und wie Sie heute verschicken. Wir sagen Ihnen, ob secMailing passt oder Ihr Postfach mit ein paar Einstellungen genügt.

Unverbindlich und ohne Vertrag. Wir melden uns in der Regel binnen eines Werktags und zeigen Ihnen das Werkzeug gern in einem kurzen Termin.

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Anschrift czichos.net GmbH
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